Satire: Kommt die Mutti wieder? Das Comeback der Angela Merkel
Auszug aus dem Buch: Satire Friedrich Merz – Die Abenteuer von Merzi und Linni
Linni tobt, die Mutti und ihre Freunde
Linni war ins Merzis Kanzler-Büro gestürmt. „Die Merkel greift an“ hatte er gebrüllt, „sie plant ihr Comeback“. Er hatte sich selbst heftig an die Stirn geschlagen, bevor ihm Merzi eine Kopfnuss hatte verpassen können. Das Ganze sei infam von der Annegret Kamp Karrenbauer, der AKK, eingestielt, hatte er gestöhnt. Dahinter stecke die AKK, sie leite die Konrad-Adenauer-Stiftung. Die AKK täte ganz harmlos und spiele die Senioren Karte. Angela Merkel sei eingeladen worden, der Gruppe „Golden Ager“ beizutreten. Was das für eine Gruppe sei, hatte Merzi wissen wollen und Linni hatte ihm einen Aktenordner des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Deutschland (BfV) vorgelegt. Auf dem Aktenordner stand: „Angela Merkel und politische Ambitionen nach dem Rücktritt“.
Die Verschwörung der „Golden Ager“
Über die „Golden Ager“ stand im BfV-Ordner: „Golden Ager sind eine kaufkräftige Zielgruppe im Marketing, die meist Menschen ab 50 oder 60+ Jahren umfasst. Sie gelten als aktiv, gesundheitsbewusst und werden oft als „Best Ager“ oder „Silver Ager“ bezeichnet. Diese Generation zeichnet sich durch hohe Lebenserfahrung, hohe Ansprüche und signifikantes Vermögen aus“. Das Amt habe hier bei der KI gegoogelt, hatte der BfV-Beamte Ohrenspitz geschrieben. „Früher war schöner“, sei vermutlich das Lebensmotto der „Golden Ager“ hatte Ohrenspitz geschrieben. Die neueste Aktion der „Golden Ager“ hieße, „Sternmarsch auf Berlin-wir wollen unsere Mutti wieder“. Er zitiere hier aus einer verlässlichen Quelle, seine Schwiegermutter. Die glaube seit Jahren, er arbeite für das Bundesfinanzamt und stelle keine dummen Fragen.
Wie das mit der Merkel unbemerkt passiere konnte, hatte Merzi getobt. Der Trump habe ihm eine Rundum Überwachung der Merkelin zugesagt. Trump habe gesagt, mit der Elon Musk Technik könne er jedes Wort der Merkel mithören, er könne sie sogar unter der Dusche sehen. Das sei ja das Gemeine, hatte Linni gejammert. Jetzt spanne die Merkel sogar depperte Senioren vor ihren Rache-Karren. Die Plattform der Golden Ager kämen ganz harmlos daher. Auf ihrer Homepage gebe es verschiedene Seiten. Die Seite „Religion und Spirituelles“ fordere aktuell die sofortige Wiederkehr Jesu zu den Bedingungen von heute. Die Gruppe Berlin schreibe dazu, es möge wieder heißen „Make Love not War“. Die Gruppe „Golden Ager Aktionäre“ hatte ergänzt, dabei dürften allerdings bestehende Verträge nicht aufgehoben werden. Man denke hier an Zins-und Erbverträge. Die Gruppe „Friedhof Ager“ hatte hinzugefügt, auch Grabkäufe müssten geschützt sein.
Die Seite „Politik“ fordere in der letzten Wochen-Ausgabe die Rückkehr von Barack Obama als US-Präsident. Die Forderung dieser Woche laute, „Die subito Rückkehr der Mutti als Kanzlerin in Berlin“. „Angela for President‘ hieße es dort. Auf der Seite war, laut BfV, zu lesen, die „Golden Ager Ost, die sich auch gerne „DDR-Gold“ nannten, berichteten von einem kollektiven Aufschrei der Ost- Senioren. Ein Video mit dem Titel „Wir wollen unsere Mutti wieder“, sei millionenfach angeklickt worden. Im Video war ein ergrauter Ost Pastor zu sehen, der von der Kanzel rief, Deutschland sei unter die Wessi Knute geraten. Der Pastor sei bereits Bundespräsident gewesen und auch sonst harmlos, hatte der BfV Ohrenspitz an den Seitenrand des Berichtes geschrieben. Im Video war zu hören, das Volk im Osten habe die friedliche Revolution nicht gemacht, um sich vom Wessi Kanzler und Bruchpiloten Merz von ganz oben auf den Kopf pinkeln zu lassen. Die Deutschen arbeiteten zu wenig, behaupte einer, der im ganzen Leben noch nicht mit den Händen gearbeitet habe. Dieser Merz sei ein arroganter, autoritär strukturierter Wessi-Pinkel. „Mutti, Mutti, Mutti“, hatte das gläubige Volk im Dom gerufen und der Pastor war auf die Knie gefallen, hatte die Augen verdreht und gerufen, „Herr erbarme dich“. Er hatte das in aller Inbrunst gefleht, aber nicht vergessen, die Video-Kameras der Kirche zu aktivieren. Das Video mit dem Titel „Mutti erbarme dich“ war überall ich Deutschland viral gegangen.
Verschiedene Gruppen hatten es geschafft, KI-technisch ins Video einzudringen. Die katholische Kirche hatte es geschafft, den Kopf der Mutti auf ein Marien-Bild zu montieren, eine göttliche KI und der Pastor hatten es möglich gemacht. Der Verein „Golden Ager Frauen Power“ hatte daraufhin zum Boykott der Aktion aufgerufen. Der Verein „Zurück in die braune Zukunft“ hatte angefragt, ob der Pastor bereit sei, die Worte „Mutti“ gegen „Höcke“ auszutauschen. Man könne das Video in diesem Sinne sofort optimieren und gleichzeitig dem Pastor Schutz gegen unvermutete Schicksalsschläge anbieten. Dem Pastor war dieses Angebot schwer auf den Magen geschlagen. Vor seinem Haus hatten Frauen von der „Militanten Golden Ager Frauen Gruppe“ mit Helm und Schlagstöcken ausgerüstet, auf die Gruppe „Heilige Golden Ager“ eingeschlagen. Der Pastor hatte die Rollläden heruntergelassen und seinen Magen mit zwei Flaschen guten Messweins beruhigt.
Die Mutti-Unterstützer
Der BfV Ohrenspitz wusste zu berichten, die AKK habe sich bei der Mutti direkt gemeldet und gefragt, ob sie bereit sei, im Seminar „Deutschland retten“, als Referentin teilzunehmen. Das Adenauer Haus liege ihr zu Füßen. Eine gewisse Familie de Maizières habe sich auch gemeldet. Ihre Familie habe dem Land schon oft gedient, zu DDR-Zeiten und auch später. Man stehe bereit, das Ministerium des Inneren, das von Bayrischen Vandalen besetzt sei, mit de Maizières-Truppen zu säubern. Aus dem Bundestag hatte sich ein gewisser Olaf gemeldet. Teile der SPD stünden für ein konstruktives Misstrauensvotum bereit, wenn die Merkelin so weit sei. Er betrachte sich als Vize-Kanzler in Lauerstellung. Er werde nach dem Putsch als Vize weiterregieren. Das Ganze müsse aber völlig geräuschlos geschehen. Er habe seiner Partei versprochen, als Ex-Kanzler nicht aufzufallen und seine rote Seele weder an Ost- noch an West-Diktatoren zu verkaufen. Der BfV Ohrenspitz wusste auch zu berichten, Angela Merkel habe sich zu Wort gemeldet und erklärt, sie habe ihre Datscha in der Uckermark gerade renoviert und freue sich auf den Sommer und Nackt-Sprünge in den See. Sie stehe zur Zeit als Kanzlerin nicht zur Verfügung.
Merzi hatte erleichtert aufgeatmet. Er hatte Linni aufgetragen, den BfV Ohrenspitz und seine Schwiegermutter ins Kanzler-Amt zu bringen. Er wolle die Beiden noch einmal persönlich ins Kreuzverhör nehmen. So viel Zeit müsse sein.