Satire: Rutz und Rabi im Sommerlook Ägyptens und der Angriff der Germanen-Rudis

Satire aus dem Satire-Block: Paatrioten Idiooten – Eine Satire aus der Reihe: Die Rutz und Rabi Story

Sommerurlaub in Ägypten im November und Ägypten-Schick

Rutz und Raby hatten die grauen Novembertage im sommerlichen Ägypten verbracht. Während in Deutschland ein bleierner Himmel, Regen und Kälte Depression verbreiteten, hatten sie in Ägypten ein Superwetter gehabt. Tagsüber waren es durchschnittlich 25–28 °C am Tag gewesen, im Hotel-Swimmingpool hatte die Wassertemperatur 24–25 °C betragen, nachts war es auf etwa 16–17 °C abgekühlt. Sie hatten angenehme Sommertage verbracht und nachts gut geschlafen.

Rutz und Rabi hatten sich im Hotelshop passende Sommersachen gekauft. Rutz hatte günstig einen farbenfrohen Kaftan erworben. Der Shop Besitzer hatte erklärt, das sei eine ägyptische Galabia, ein Kaftan, zu 100% aus echter ägyptischer Baumwolle und bedruckt mit pharaonischen Motiven. Der Kaftan sei berühmt für seinen angenehmen Tragekomfort. Tatsächlich hatte Rutz im Kaftan entspannte Tage mit Ehefrau Rabi in der Pool Landschaft des Hotels verbracht. Das Personal des Hotels hatte ihn, so sein Eindruck, wegen seines Outfits mit noch größerer Herzlichkeit bedient. Er hatte im „Handbuch Ägypten“ gelesen, unter Männern sei ein fester Händedruck angesagt und ein freundliches „Salam alaikum“, was bedeute, der Friede sei mit dir. Ein Lächeln öffne viele Türen.  Rutz hatte in seiner beruflichen Laufbahn auch im Ausland gearbeitet und wusste, dass nicht alles Gute „Made in Germany“ war. Er hatte die Tage der Sommerfrische genossen und mit seiner Rabi Sekt unter der Sonne Ägyptens getrunken. Sie hatten sich entschlossen, den Sekt nicht gegen den ortsüblichen Tee zu tauschen.

Auch Raby war im Hotel-Shop fündig geworden. Sie hatte sich, beraten vom Shop-Inhaber, ein langärmeliges und luftiges Kleid gekauft. Das traditionelle Gewand verschaffte Abkühlung und bedeckte als Sonnenschutz Schulter und Knie. Sie hatte im „Reiseführer Ägypten“ gelesen, Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit seien nicht gerne gesehen, Frauen sollten sich züchtig verhalten. Sie hatte deshalb darauf verzichtet, fremde Männer anzulächeln, jedenfalls nicht in seiner Anwesenheit. Abends beim Wein, hatte sie ihm weiterhin einen Kuss gegeben. Und sie hatte ihren Ehering getragen, was Rutz sehr wichtig war. Er selbst vergaß seinen schon mal in der Dusche. Es war ein schöner Urlaub gewesen und sie hatten ihren Ägypten Schick mit nach Münster genommen.

Rutz hatte an die Freunde im Germanen Garten in Münster ein Foto von ihnen beiden im prächtigen ägyptischen Sommerlook geschickt. Der Germanen Stammtisch des Kleingartenvereins „Germanen Glück“ hatte ein Sommer-Foto zurückgeschickt, das die Germanen des Gartens mit Wikinger-Helm beim Sommer-Grillfest zeigte. Darunter stand: „Auch bei vierzig Grad bleibt der Germane sich treu“.

Zwei germanische Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle, bzw. in den Knast

Dann war es auch im Sommer in Münster sehr heiß geworden und sie hatten ihre ägyptischen Kleider gerne im Garten getragen. Eines Tages hatten sie am späten Nachmittag noch einkaufen wollen. Es war sehr heiß gewesen und sie hatten beschlossen, in der luftigen Kleidung einkaufen zu gehen. Sie waren auf dem Weg zum Parkplatz gewesen, auf dem Hauptweg mit den Äpfel- und Birnen Bäumen. Plötzlich hatten sie von hinten einen Kampfschrei gehört. Sie hatten sich erschrocken umgedreht, und gesehen, dass die beiden Rudis mit Fahrrädern auf sie zugefahren waren. Rudi-Dudi hatte einen Germanen Helm auf und trug ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Zwei Germanen Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“. Rudi-Dudi war ein großer Fan des Aktion Filmhelden Bud Spencer. Er wog soviel wie Bud Spencer, war aber weniger muskulös, eher fett. Er hatte Rutz im Vorbeifahren heftig auf die Schulter geschlagen und gebrüllt, „Kanaken raus aus dem Germanen-Garten“.

Kuki-Dudi hatte Rabi im Vorbeifahren an den Kopf geschlagen und gebrüllt: „Wir wollen hier keine Kanaken Schlampen“. Die ganze Aktion war von Kuki-Rudi mit seiner Helm-Kamera gefilmt worden. Er hatte bei der Kamera die Einstellung „life report“ gewählt. Alles Gefilmte war sofort auf seiner Homepage sichtbar gewesen und war dort gespeichert worden.

Die beiden Dudis erhalten Prügel

Rutz und Rabi hatten vor Schmerz geschrien. Sein Schlüsselbein war gebrochen worden, Rabi hatte eine mittelschwere Gehirnerschütterung erlitten. Am großen Eingangstor des Gartens hatte der Germanen Terror der Rudis ein Ende gefunden. Mehrere Familien hatten den Garten gleichzeitig verlassen wollen. Es hatte einen kleinen Rückstau gegeben durch einige Kinderwagen, Kinderrädchen und Trollies mit leeren Flaschen und gefüllten Windeln.

Die Rudis hatten sich auch hier mit Fäusten durchsetzen wollen und sogar einen Kinderwagen umgeworfen. Einige Familienväter hatten die fetten Rudis verprügelt, einige Mütter mit der Stricknadel zugestochen. Dann waren ein Polizei- und Krankenwagen am Tor erschienen, die Rudis waren festgenommen worden.

Am Tag darauf hatte eine Zeitung geschrieben, „ Zwei germanische Himmelhunde auf dem Weg in den Knast“. Kuki-Rudi war seitens des  Garten Stadt Verbandes, der allen Gärten vorstand,  mit sofortiger Wirkung der Garten im Kleingartenverein ,  „Germanen Glück“ gekündigt worden. Im Germanen-Garten war ein neuer Vorstand gewählt worden, der sich mehr für Blumen, Kartoffeln und Kirschen interessierte als für den Rückfall in germanisches Stammesleben.