Satire: Der teure Germanen Schutz des „Freien Kuki-Landes“
Satire aus dem Satire-Block: Paatrioten Idiooten- (anti-rassistische Satiren)
„Germanen-Hilfe“ und die Reichsbürger
Kuki-Rudi hatte erklärt, er werde das „Freie Kuki-Land“ nicht freiwillig räumen. Im Vereinsheim hatte er morgens einen Zettel ans Schwarze Brett geheftet, „Germane braucht Hilfe bei der Verteidigung seines Landes“. Darunter stand seine Handy-Nummer. Am Nachmittag hatte sich, mit unterdrückter Rufnummer, die „Germanen Hilfe“ bei ihm gemeldet. Eine freundliche Frauenstimme hatte ihm gesagt, man habe von seinem Zettel gehört. Gerne stehe man ihm bei, wenn er seine Eigentumsrechte verteidigen wolle. Kuki-Rudi hatte erklärt, dass man ihm den Garten gekündigt habe und dass er nicht bereit sei, den Garten kampflos zu räumen.
Die „Germanen Hilfe“ hatte erläutert, technisch sei es schon möglich, eine Räumung zu verhindern, aber man werde sich nicht strafbar machen. Der politische Teil ihres Unternehmens, der eine gewisse Sympathie für die Reichsbürger Bewegung habe, betrachte sein Aufbegehren gegen die Deutschland GmbH mit Interesse. Er müsse sich darüber im Klaren werden, was er politisch bezwecken wolle und wie weit er bereit sei, Widerstand zu leisten. Man könne sein Grundstück sicher und wehrhaft zu machen. Zunächst aber bäte man ihn, die Unterhose aus dem Birnenbaum zu entfernen. Wenn eine Unterhose neben der Reichsbürger-Flagge im Wind flattere, sähe das nicht gut aus. Kuki-Rudi hatte versprochen, die Unterhose zu entfernen.
Der Kostenvoranschlag
Das Sicherheitsunternehmen „Germanen Hilfe“ hatte vorgeschlagen, nun strategisch vorzugehen und über Strategien und Kosten zu sprechen. Zuerst müsse man eine Sicherheitsanalyse vornehmen, diese koste 200 Euro. Dann müsse das Gelände sichtbar und sicher gemacht werden. Man müsse auf dem „Freien Kuki-Land“ eine Flutlichtanlage, eine Alarmanlage und mindestens vier Kameras installieren. Bei der Flutlichtanlage arbeite man erfolgreich mit dem Unternehmen „Alles hell oder was“ zusammen. Die Kosten der stabilen und wetterfesten Flutlichtanlage inklusive der Montage betrügen 400 Euro. Die Außenalarm-Anlage plus Installation koste weitere 250 Euro. Beim Alarm könne er zwischen einem schrillen und leisen Alarm wählen.
Der schrille Alarm dauere zehn Minuten oder werde per Handy gestoppt. Ein Alarm-Schutz-Paket mit Handy-Stopp für den lauten Alarm koste 200 Euro und setzte im Haus eine PC-Anlage voraus. Man könne ihm einen günstigen PC anbieten für 500 Euro, die Germanen-Software koste 200 Euro. Ob seine Laube einen guten Stromanschluss habe. Ein stiller Alarm, der mit dem Büro des Germanen Schutzes verbunden sei, koste im Monat 100 Euro. Dann müssten vier stabile und wetterfeste Kameras installiert werden, zu einem Stückpreis von 100 Euro. Deren Installation koste 200 Euro. Diese Hardware koste insgesamt rund 1.500 Euro plus Mehrwertsteuer und sei Voraussetzung für das operative Handeln zum Schutz seines Objektes. Wenn die technische Grundausrüstung stehe, könne man den Objekt-Schutz starten.
Kosten für den Schutz durch „Rüstige Germanen“ und bewaffnete „Germanen-Spezialkräfte“
Man könne ihm verschiedene Schutz-Pakete anbieten, hatte die Stimme erklärte. Die „Rüstigen Germanen“ könnten, so ausgestattet, seinen Garten effektiv überwachen. Jedweder Angriff sei dann erkennbar und dokumentierbar. Der Stundenlohn eines „Rüstigen Germanen“ betrage 15 Euro, der Tagespreis eines „Rüstigen Germanen“ liege bei 100 Euro. Er könne die Aufgaben eines „Rüstigen Germanen“ auch selbst übernehmen, wenn er die Technik der „Germanen Hilfe“ beherrsche. Hier biete man ihm einen Tages Kurs von 200 Euro an.
Sollte es zu einem Angriff kommen und „Kuki-Rudi“ zum aktiven Schutz des „Freien Kuki-Landes“ übergehen wollen, könne man auch umgehend den bewaffneten Germanen Schutz aktivieren, die „Germanen-Spezialkräfte“. Die seien mit Pfefferspray und Laser-Pistolen ausgestattet und beherrschten Nahkampf Techniken. Diese Aktion koste pro Person im Einsatz tagsüber 20 Euro pro Stunde, nachts 30 Euro zuzüglich der Taxikosten und der Mehrwertsteuer. Der Tagespreis betrage 200 Euro. Auch die Sicherheitskräfte seien maximal 4 Stunden am Stück einsetzbar. Dazu kämen Verpflegungskosten von 5 Euro pro Stunde.
Kuki-Rudi könne den bewaffneten Schutz auch selber übernehmen. Er könne Pfefferspray und Laser-Pistolen in ihrem „Germanen Shop“ erwerben. Ein Tages-Einführungskurs für die Technik und in die Grund Techniken des Nahkampfes koste 200 Euro. Für alle Leistungen sei eine Mehrwertsteuer zu entrichten. Man empfehle ihm, wenn er alles selber machen wolle, die Hilfe eines „Germanen Assistenten“ zu den bekannten Kosten. Auch eine Hotline Assistenz sei möglich für die Hälfte der Kosten.
Die An- und Abreise der „Germanen-Krieger“ per Taxi habe er zu organisieren und zu bezahlen oder der „Germanen Hilfe“ eine Handlungsvollmacht auszustellen und eine Kontovollmacht. Das sei praktisch und gut für den Schutz des „Freien Kuki-Landes“. Kuki-Rudi solle sich die Aktion in Ruhe überlegen und sich fragen, wieviel ihm der nationale Stolz wert sei.
Germanen-Hilfe: Einbruch und Schutzgeld
Die „Germanen Hilfe“ hatte dann wissen wollen, welche Objekte es im Haus zu schütze gelte. Ob es in seiner Laube ein modernes TV-Gerät gebe, ein Video-Gerät, eine moderne Küche, einen guten Kühlschrank, eine Tiefkühltruhe und eine Spülmaschine. Man gehe davon aus, dass die Mitarbeiter der „Germanen-Hilfe“ die Einrichtungen des Hauses unentgeltlich nutzen dürften. Für die Mitarbeiter sei auf dem Grundstück ein Dixi-Klo aufzustellen. Man könne hier ein gutes Modell anbieten mit einem Wochenpreis von 100 Euro. Ob seine Laube nebst Einrichtung einen Wert von mehr als 5000 Euro habe. Kuki-Rudi hatte zustimmend gebrummt.
Dann brauche ihr Unternehmen ein Vorschuss von 1500 Euro, hatte die freundliche Stimme erklärt. Nach Eingang der Vorauszahlung auf dem Konto der „Germanen Hilfe“ könne der Schutz seines Territoriums sofort starten. Dazu brauche man einen Zweitschlüssel für das Eingangstor und die Laube. Natürlich benötige man eine Erklärung, dass die “ Germanen Hilfe“ berechtigt sei, sich auf seiner Parzelle aufzuhalten und dass Kuki-Rudi für etwaige Folgeschäden die volle Verantwortung übernehme. Ob er noch Fragen habe.
Kuki Rudi wäre fast der Hörer aus der Hand gefallen und er hatte was von Kameraden-Hilfe auf Ehrenbasis ins Handy gebrüllt. Am anderen Ende war der Hörer aufgelegt worden. Per SMS war ihm zwei Minuten später das Angebot der „Germanen-Hilfe“ zugegangen, inklusive des Hinweises, dass die Zahl der Einbrüche und Verwüstungen in Kleingärtner Gärten, insbesondere im Germanen Glück, in der letzten Zeit enorm zugenommen hätten. Auch hier biete die „Germanen-Hilfe“ ein Schutzpaket gegen Einbruch und Diebstahl und Vandalismus an. Dieses Schutzpaket koste wöchentlich 300 Euro.
Kuki-Rudi hatte umgehend bei seinem Cousin Dudi-Rudi in Berlin angerufen und ihn mit zitternder Stimme gefragt, ob er schnell und am besten gleich mit ein paar Germanen-Freunden aus Berlin kommen könne. Er müsse schnellstmöglich aus dem Germann-Garten raus, er fühle sich bedroht.