Satire: Rindvieh-Alarm im Münsterland und Flüchtlinge
Aussschnitt aus dem Satire-Block: Satiren gegen Rassimus
Die Grüne Stadt Münster war umrandet von einem Schwarzen Speckgürtel. Dort herrschten das Landvolk und die Macht von Wurst und Speck. Im Grünen Münster regte man sich über die Störungen einer antirassistischen Veranstaltung in der Stadt Bibliothek durch Nazis auf und zu viele Autos. Im Speckgürtel ringsum regten sich Autofahrer über Rinder auf der Straße auf, die das Landvolk hinderten, abends nach dem Frondienst in der Stadt in den heimatlichen Speckgürtel zurückzukehren. Viehzeug-Experten vom Land hatten in der „Deutschen Eiche“, einem der vielen Stammlokale im Schwarzen Speckgürtel, erklärt, das seien indische Kühe, die sich irgendwie ins Münsterland verirrt hätten. In Indien seien Kühe heilig und dürften alles. Diese Kühe seien von Flüchtlinge aus Indien mitgebracht worden, hatte Großbauer Schulze Knöterich vermutet. Mit den Flüchtlingen sei auch die Frechheit in die Kuhställe des Münsterlandes eingezogen. Die Viecher seien manchmal außer Rand und Band. Der Pastor habe die Kuhställe bereits gesegnet, benutzt habe es nichts. Am Stammtisch war die „Deutschen Eiche“ zur flüchtlingsfreien Zone erklärt worden war. Die Köche und Kellner von den Philippinen durften die „Deutschen Eiche“, nur vom Hintereingang her betreten. Bauer Rainer von der Geflügelfarm „Deutscher Hahn“ verlangte, im Münsterland müsse ein deutsches Erziehungs-Programm für Rindviecher aller Art entwickelt werden. Die heilige Ruhe und Ordnung der geliebten Heimat sei in Gefahr.
Nach drei Bieren und Schnäpsen hatte Bauer Rainer von der Geflügelfarm „Deutscher Hahn“ die Lösung präsentiert. Er habe im Fernsehen von Land-Polizisten in Kanada gehört, den sogenannten Rangern, die bei der Erziehung von Braunbären eingesetzt würden. Als Jungtiere kämen die Bären auf eine Bärenfarm, wo man ihnen Respekt und Regeln beibringe. Sollte ein Bär frech werden und versuchen auszubrechen, so werde er von einem Ranger in Uniform mit Hart-Gummi-Kugeln beschossen. Während des schmerzhaften Beschusses ließe man eine laute Sirene heulen. Das Ergebnis: auch im Erwachsenen-Alter gingen Bären beim Anblick eines Rangers stiften. Wenn ein Braunbär eine Straße blockiere, reiche es meist aus, wenn Ranger erschienen und dabei die Sirene ertöne. Sollte ein Braunbär zweimal die Straße blockieren und nach dem Beschuss mit Hart-Gummi-Kugeln nicht von der Straße verschwinden, werde der Bär erschossen. Für das Münsterland hieße das, man müsse alle Rinder in eine Hörner-Kita schicken. Diese Kita könne von Jungbauern in grüner Stallkleidung geführt werden. Wenn die Hörner-Kids nicht parierten, gebe es einen Klaps mit der Hand und bei schweren Verstößen einen Fußtritt. Auch der Einsatz von Wasserpistolen sei möglich. Bei Strafen müsse der Kita-Bauer westfälisch fluchen. Das mit dem Klaps, den Fußtritten und der Wasserpistole müsse keiner wissen, sonst bekäme man es noch mit dem Rinder-Schutzbund zu tun, hatte Bauer Reiner vom Geflügelhof „Deutscher Hahn“ halblaut erklärt. Im besten Falle reiche es aus, dass einer mit grünem T-Shirt bei Rindern auf der Fahrbahn aussteige und einmal kräftig westfälisch fluche. Wenn diese Maßnahme nicht griffe, seien Klaps, Fußtritt und Wasserpistole erlaubt. Dann würden sich die Viecher trollen, so der Plan. Damit könne garantiert werden, dass die Bewohner der umliegenden Orte zügig nach Hause kämen. Hier sei auch ein Einsatz von Flüchtlinge möglich. Im gottlosen Münster gehöre der Fremde inzwischen zum Stadtbild. Im schwarzen Speckgürte aber löse der Anblick dunkler Pigmentierung noch Schauder bei Mensch und Tier aus.
Auch „Radio Gülle“, die bei Bauern des Münsterlandes beliebteste Radio Station, hatte sich in die Diskussion um widerspenstige Rinder, Hörner-Kita und Flüchtlinge eingemischt. Die Jungbauern würden auf den Höfen dringend gebraucht, hatte es zwischen Jodeln und Schlagern geheißen, sie seien unabkömmlich. Hier könnten die Flüchtlinge des Speckgürtels eine wichtige Rolle spielen. Wichtig sei, solche Fremdlinge ständig bei sich führen und bei Bedarf auf die Straße zu lassen. Im Kofferraum eines großen SUV finde ein solcher Fremdling immer Platz. Flüchtlinge seien bei den Kommunen stunden- oder tageweise zu mieten. In Land-Kaufhäusern gebe es den Flüchtling auch als aufblasbare Puppe zum Einmal-Gebrauch. Die Puppe blase sich bei Bedarf blitzschnell selber auf und rede laut ausländisch. Das bringe die frechsten Rindviecher wieder zur Räson und sie flüchteten von der Straße zurück auf die Weide.