Satire: Wildwechsel und Flüchtlings-Wanderung

Ausschnitt aus dem Satire-Block: antirassitische Satiren

In der Radio Gülle Morgen-Sendung „Beim ersten Hahnenschrei“, hatte es einen Tumult gegeben. Der Gülle Journalist Fritz Freimut von Kompost hatte erklärt, das Forstamt des Speckgürtels warne Autofahrer vor Wildwechsel und Flüchtlings-Wanderungen zu Abendzeiten. An einigen Stellen im Speckgürtel, der Gegend um Münster herum, seien deshalb dreieckige Warnschilder aufgestellt worden, auf denen ein Reh und ein Flüchtling zu sehen seien. Der Flüchtling, so das Forstamt, sei an Turban, Vollbart und finsterem Blick zu erkennen. Unter dem Bild sei geschrieben: Vorsicht: Wildwechsel und Flüchtlings-Wanderung.

Gülle-Journalist von Kompost berichtete in der Sendung, diese Schilder seien auch in der Gemeinde Baumhaufen aufgestellt worden und hätten zu Ärger geführt. Petra, die selbsternannte Presse Sprecherin der Grünen von Baumhaufen, hatte in der Sendung angerufen und erklärt, es werde zu einer Spontandemo vor dem Rathaus der Gemeinde kommen. Geplant sei, mit Fahrrädern und einer Hüpfburg die Parkplätze vor dem Rathaus zu besetzen. In ihrer Küche habe sie bereits zwei Umzugskartons mit den Worten bemalt, „Rassismus stoppen“ und „Refuges are wellcome“. Ein dritter Karton sei in Arbeit. Darauf werde stehen: „Spießer raus aus Baumhaufen“. Es müsse deutlich werden, dass der Schwarze Speckgürtel an machen Stellen auch Grün sei.

Gülle Journalist von Kompost hatte sooft über Baumhaufen berichtet, dass er sich angewöhnt hatte, von der Gemeinde als BH zu reden. „Wieder voll was los im BH des Speckgürtels“, hatte er fröhlich in den Äther geschmettert. Die Grüne Petra hatte nochmals bei Radio Gülle angerufen und von Kompost life erklärt, er sei ein verrottetes Chauvi-Schwein. Ihm müsse mal wieder ordentlich der Hintern versohlt werden. Sie würde gerne das fidele Bambus Stöckchen auf seinem Arsch tanzen lassen. Wenn seine Frau das nicht mehr mache, müssten Frauen aus Baumhaufen das machen, sich empowern. „Power to the Bauer-Frau“, hatte sie ins Handy gebrüllt.

Als ersten Politiker hatte von Kompost in der Sendung den Bürgermeister von Baumhaufen aus dem Bett geklingelt. „Muh-muh- muh, sagt die Kuh“, hatte er ins Telefon gebrüllt. „Wir haben Fragen, kikeriki“.  Für Verkehrsschilder sei die Abteilung Verkehr im Hause zuständig, hatte der Bürgermeister trocken erklärt. Dort hatte man auf das Forstamt verwiesen. Im Forstamt hatte der Oberförster Konstatin Grünkohl erklärt, die Schilder seien auf seinem Mist gewachsen und enthielten eine Doppel-Warnung.  Telefonisch und life hatte er im „Frühen Hahnenschrei“ erklärt, die Schilder seien leicht zu verstehen. Jeder Fahrer im Speckgürtel  kenne die Situation. Man sehe ein kleines Rehköpfchen, das verträumt über die Straße schaue und dem Fahrer sozusagen ein Rehauge zukneife. Als nächstes springe das Reh dann auf die Straße, gefolgt von zwei oder drei Reh-Kids.

Der Autofahrer werde jetzt durch das weiße-rote Warnschild mit Reh in der Mitte vor Tieren gewarnt, die sich allen Verkehrsregeln zum Trotz auf Reiserouten befänden, die nur der Tier-Logik zugänglich seien. Wo ein Reh auftauche, seien andere nicht fern. Darum müsse der Autofahrer hier vom Gas runter, langsam fahren und gerne auch hupen, um Rehe zu verscheuchen. Ähnlich verhielten, sich seiner Beobachtung nach, vor allem jugendliche Flüchtlinge in lauen Frühlings-oder Sommernächten. Er habe keine Zeit und auch kein Interesse, Seminare zu besuchen über das Verhalten jugendlicher Flüchtlinge. Er habe aber festgestellt, dass diese Altersgruppe ganzjährig brunftig sei. Das Verhalten von Rehen sei genauso wenig vorhersehbar, wie das Verhalten von Flüchtlings-Teenies in lauen Frühlings- oder Sommernächten.

Flüchtlinge würden im Speckgürtel gerne am Stadtrand untergebracht und in der Nähe großer Straßen. Das solle ihnen die Lust auf Migration verleiden. Hier sei er regional als Förster zuständig und darum habe er diese Doppel-Schilder aufstellen lassen, wo neben dem Reh ein Flüchtling zu sehen sei. Der Flüchtling sei, so sein Tik Tok-Wissen, bärtig und schaue finster drein. Wie alle jungen Leute machten sich die jungen Flüchtlinge gerne in den Abendstunden auf den Weg in die Disko und das gerne im Rudel. Wo also ein Reh oder ein Flüchtling auftauchten, sei mit einem ganzen Rudel dieser Spezies zu rechnen. Und genau davor warnten diese Schilder.  

Er sei in keiner Weise ein Rassist. Als Förster habe er vom Hochstand her festgestellt, dass Flüchtlings-Wanderungen besonders vor Flüchtlingsheimen stattfänden und zwar unabhängig von der Rasse. Er habe im Fernglas unter anderem Afrikaner und Araber gesehen. Er habe festgestellt, dass sowohl das Reh als auch der jugendliche Flüchtling im Allgemeinen, egal wo er herkäme, die Tendenz hätten, dem anderen zu folgen. Das sei wohl der natürliche Herdentrieb derer aus fremden und fernen Ländern. Darum sei, wenn der Autofahrer aus dem Speckgürtel einen Flüchtling am Straßenrand sehe, ein sofortiges Handeln angesagt. Fraglich sei, ob die modernen Autos mit eingebauter Vollbremsung, bei Sichtkontakt durch die Kamera, hier reagieren könnten. Er habe von seiner Autowerkstatt gehört, die Fernerkennung sei eher auf weiße Pigmentierung eingestellt und man wisse nicht, ob die automatische Vollbremsung auch bei Flüchtlingen dunklerer Pigmentierung funktioniere. Darum gelte hier im Zweifelsfalle die Wildwechsel-Anweisung. Dort hieße es, und das könne jeder im Internet nachlesen: „Bei einem Reh auf der Straße sofort kontrolliert bremsen, Fernlicht ausschalten, hupen und das Lenkrad festhalten. Nicht ausweichen, um Zusammenstöße mit Gegenverkehr oder Bäumen zu vermeiden. Nach einem Unfall: Warnblinkanlage an, Warnweste anziehen, Unfallstelle sichern und Polizei rufen, auch wenn das Tier flüchtet.“ Ein gesegneter heiliger Christophorus am Lenkrad oder daneben könne dem katholischen Fahrer helfen, habe ihm sein Pastor versichert.