Satire: Immer Ärger mit Linnemann (Linni) und der Liebe
Auszug aus dem Buch: Satire Friedrich Merz – Die Abenteuer von Merzi und Linni
Linnemann, auch Linni genannt, war nun Minister für Gesundheit geworden und das bereitete Einigen im Ministerium für Gesundheit große Sorgen. Insbesondere der Personalchef jammerte, der Personalwechsel von Ministerin Warken zu Minister Linnemann sei nicht mit ihm abgesprochen worden. Er stehe nun da und müsse das Sommerfest des Ministeriums für Gesundheit komplett umstricken. Nina Warken habe drei Söhne und einen Ehemann, da gehe das klassische Familienprogramm. Für junge Söhne die Hüpfburg und für ältere Söhne Freischüsse an der Schießbude. Flirten mit Sekretärinnen gehe auch, aber bitte züchtig, die Familie käme aus Baden-Württemberg. Abends auf dem Ball hätten einige Abteilungsleiter dann mit der Ministerin tanzen dürfen.
Jetzt aber sei die Situation anders. Er müsse den neuen Minister Linnemann irgendwie im Sommerfest unterbringen, wisse aber nicht wie. Die Frage sei, ob der Minister Frau und Kinder habe oder einen Lover. Alles gehe heutzutage, aber mit Null-Informationen könne er auch kein Minister-Programm stricken. Es sei sein professioneller Ehrgeiz, ein gutes Sommerfest zu gestalten und dazu brauche er mehr und auch private Informationen. Minister Linnemann aber hasse Fragen nach Privatem. Im Internet habe er im Juli 2026 gelesen, Linnemann mache keinen Hehl um seine politischen Standpunkte, sein Liebesleben bleibe aber sein privates Geheimnis. Dieses halte er streng unter Verschluss. Ob der Unionspolitiker in festen Händen sei, sei ebenso wenig bekannt wie die Frage, ob Carsten Linnemann bereits Kinder habe. An anderer Stelle habe er gelesen, es sei offiziell bestätigt, dass der CDU-Generalsekretär verheiratet sei. Den Namen seiner Ehefrau oder nähere Details über sie halte er jedoch strikt aus der Öffentlichkeit heraus. Dies sei ein bewusst gewählter Schritt, um seine Familie vor medialer Aufmerksamkeit und möglicher politischer Instrumentalisierung zu schützen. Eine Journalistin habe einmal spöttisch geschrieben, Linnemann habe wohl ein süßes Geheimnis und die Satire habe sich natürlich gleich auf diese Aussage gestürzt.
Er überlege jetzt, dem Minister eine Blankoeinladung zu schicken. Da könne er dann mitbringen, wen er wolle und seinetwegen auch seinen Skat-Club aus Paderborn oder seine Eltern. Man könne ihm auch eine Schaufenster-Puppe an die Seite setzen mit einer Schärpe um den Oberkörper, worauf stehe “ Süßes Geheimnis“. Vielleicht gefalle dem Minister diese Pikanterie.
Möglich wäre auch, ihm auf der Fläche des Gartenfestes ein durchsichtiges Büro aufzubauen, dann könne er dort in Ruhe und sehr staatsmännisch arbeiten. Der Minister habe neulich erklärt, er übernehme ein Amt, das er sich vor Kurzem selbst nicht zugetraut habe. Er habe vor dem Job, in den er sich noch einarbeiten müsse, einen Höllenrespekt. Hier und da müsse er einfach noch tiefer einsteigen.
Der Personalchef hatte erklärt, das könne der Mister dann im Glas-Büro auf der Fläche des Gartenfestes zur Schau stellen und dort mit staatsmännischer Miene arbeiten, während sein Ministerium schnöde Party mache. Gegen die Einsamkeit könne man ihn auch die Puppe „Süßes Geheimnis“ neben den Schreibtisch stellen.