Satire: Prinzessin Annalena und Prinz Robert verlassen die Grüne Burg

Auszug aus dem Satire-Buch: Sympa-Satire – Die Grünen

Mitten in der Vorfreude des Wiedersehens war ein Herold von der Grünen Burg erschienen. Der hatte ins Horn geblasen und erklärt, Prinzessin Annalena täte zu Wissen kund, dass sie nicht ins Königreich zurückkehren werde. Eine Universität aus Amerika habe ihr eine Professur im Themenbereich „Global Leadership“ angeboten. Sie sei dort sehr willkommen als Expertin der Universaldisziplin „Frau und schlau“. Man wolle sie für viele Jahre verpflichten. Sie könne in New York, der Stadt ihrer Träume, bleiben und sich und ihren Kindern eine neue Heimat bieten. Die US-Serie „Sex in the City“, sei eine viel schönere Serie als die deutsche Serie „Angepinkelt von deutschen Spießern“. Prinz Robert hatte geschmunzelt. Das war seine kleine Schwester Annalena, wie er sie kannte.  

Prinz Robert war dann auf die Burgzinne gestiegen und hatte übers weite Land geschaut. Er hatte in der Ferne einige Fahnen in schwarz-rot-gold auf Bauernhöfen im Winde flattern gesehen. Er hatte am königlichen Hofe von König Olaf als Minister für Felder und Wälder, Wasser und Luft gedient. Er war so oft von der Bauern-Fraktion schwarz-rot-gold angepestet worden, dass er sich vorgenommen hatte, auf der Grünen Burg erst einmal zur Ruhe zu kommen. Doch erst gestern hatten einige Bauernlümmel mit schwarz-rot-golden Helmen demonstrativ in den Burggraben gepinkelt. „Wir kriegen dich, grüner Prinz“, hatten sie gegrölt.

Als ihn am nächsten Tag ein Gesandter vom dänischen Hof eingeladen hatte, das Königreich Dänemark in Sachen Felder und Wälder, Wasser und Luft zu beraten, hatte er in die dargebotenen Ritter-Hand eingeschlagen. Prinz Robert war noch am gleichen Tag mit der Kutsche nach Dänemark gereist und hatte auf Schloss Amalienburg in Kopenhagen, der Residenz der dänischen Königsfamilie, in einem der vier Rokoko-Palais eine Bleibe gefunden. Er hatte zu Hause die frisch geölte Brücke über dem Wassergraben der Grünen Burg hochziehen und Annalenas Fahne einholen lassen.

An den Grünen Freund Kokoschka hatte er geschrieben, er wolle die Burg nicht verkaufen, sondern vermieten. Auch ein grünes Burg-Hotel sei möglich. Er selbst brauche erst mal Ruhe vor wilden Bauerntölpeln, die Bier und gebratenes Vieh aller Art in sich hineinstopften und Wildpinkeln für Meinungsfreiheit hielten.