Satire: Theo Tresemann im Knast und das Raumschiff Orion
Ausschnitt aus dem Satire-Block: Neues aus dem nahen und fernen schwarzen Speckgürtel
Bei Radio Gülle hatte es auf dem Tonband „von Hörern für Hörer“ wieder eine Theo Tresemann Nachricht gegeben. Das sei eine Nachricht an alle treuen Freunde, hatte Tresemann mit zittriger Stimme erklärt. Die herzlose Anti-Hecken-Mafia habe ihn im Gefängnis in Münster festgesetzt, hatte er gejammert. Dabei habe er nichts Unrechtes getan. Dieses Land dürfe sich nicht von Wildpinklern auf der Nase herumtanzen lassen. Er habe einigen Asis in Lülihausen eine Lektion erteilt.
Er werde die Schmach, dafür ins Gefängnis geworfen zu werden, nicht hinnehmen. Er werde sich mit Hecken-List aus der Gefängnis Zelle befreien. Schritt eins in Richtung Freiheit sei bereits gegangen. Sein Anwalt habe ihm in seiner Aktentasche eine kleine Pflanze in die Zelle gebracht, einen Ableger seiner geliebten Hecke. Die kleine Heckenpflanze gieße er nun täglich reichlich und dope sie mit ein wenig Kaffee, den er sich vom Munde abspare. Die Pflanze müsse noch ein wenig wachsen, dann werde er sie im Zellenboden eingraben. Er habe sich schon einen Teelöffel stibitzt, um in den Zellenboden ein Loch zu schaben. Soweit Teil Eins seiner Ausbruchs-Aktion. Da es im Knast nur Holzlöffel gebe, könne diese Aktion etwas länger dauern.
Dann werde er sich, im zweiten Teil der Ausbruchs-Aktion, mit Raumschiff Orion Magie aus der Zelle befreien. Er werde sich, wenn die Zeit gekommen sei, mit Raumschiff Orion Magie, genauer gesagt, der Star Trek Technik, entmaterialisieren. Er werde seinen Körper in Luft-Energie umwandeln, wie man das in der Star Trek Serie immer mache. Kraft seines Willens werde er über die Pflanze im Erdboden des Gefängnisses verschwinden, als flüchtige Energie zur Heimat-Hecke in Lülihausen geleitet werden und dort rematerialisiert aus seiner Hecke in Lülihausen heraustreten. Er übe an diesem Star Trek Trick schon seit seiner Kindheit. Captain Kirk sei sein Spitzname in der Schule gewesen, manche hätten ihn auch Hein Blöd genannt. In der Schule habe er es bereits geschafft, sich in den Klassenschrank hinein zu materialisieren. Böse Zungen behaupteten, er habe sich dafür nach dem Unterricht im Klassenschrank einschließen lassen.
Der Radio Gülle Techniker Ton hatte erklärt, für den Tresemann-Schwachsinn solle es keine Sendeminute geben. Radio Gülle Redakteur von Kompost aber hatte erklärt, der „Dulle Theo“ werde allmählich zu einer Nachrichten Figur. In Washington gebe es den Präsidenten-Irren Donald Trump, in Lülihausen eben den Hecken-Irren Theo Tresemann. Er als Journalist müsse über alles berichten, was es gebe und die Zuhörer interessiere. Er werde versuchen, mit Theo Tresemann im Knast ein Interview zu führen. Die Zuhörer im Radio Gülle Morgen Magazin, dem frühen Hahnenschrei würde der Schwachsinn vom „Dullen Theo“ vielleicht gefallen. Gerade die Senioren- Hörer hätten vielleicht alle mal davon geträumt, sich einfach mal zu verdünnisieren. Er habe vor Mathe–Klassenarbeiten immer davon geträumt, unsichtbar zu werden und einfach nach Hause zu verschwinden.